Die Clavichorde

 

Trotz seiner geringen Lautstärke ist das Clavichord das ausdrucksstärkste der alten Tasteninstrumente, da es stufenlose Dynamik und Vibrato (die sogenannte "Bebung") ermöglicht. Vom 15. Jahrhundert an bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war das Clavichord von Musikern, Komponisten (z. B. Bach, Mozart, Beethoven) und Musikliebhabern hoch geschätzt.

Das abgebildete Instrument wurde 2010 von Andreas Hermert nach einem Clavichord (Nr. 10) aus der Sammlung des Leipziger Instrumentenmuseums gebaut. Das Original wird um 1700 datiert.
Es ist ein zweifach gebundenes Instrument, hat einen Tonumfang von C - c''' bei kurzer, gebrochener Oktave.


Bereits seit dem 15. Jahrhundert hat es Pedalclavichorde gegeben, und  diese Instrumente gehörten bis ins 18. Jahrhundert zur Standardausstattung der Organisten:
Auf Pedalclavichorden wurde für die Orgel geübt, und Orgelunterricht fand im Haus des Lehrers am Pedalclavichord statt.
Von J. S. Bach ist überliefert, daß er auf einem solchen Instrument "wenn er gerade fröhlicher Laune und im vollen Gefühl seiner Kraft war" (N. Forkel, 1802), in Gesellschaft von Familie und Freunden gern Triosonaten zum Besten gab.

Benedikt Claas hat eine besondere Form des Pedalclavichords entwickelt, die auf dem Boden unter dem Manualclavichord liegt und sich leicht transponieren läßt. Es ist ungebunden, hat drei Saitenchöre (1x 16' (abschaltbar), 2x 8'),  sein Umfang ist C - d1.



Ein weiteres Instrument von Benedikt Claas: Ein Nachbau eines Instrumentes von Johann Heinrich Silbermann aus dem 18. Jahrhundert. Das Original befindet sich in der Sammlung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Das ungebundene, zweichörige Instrument hat einen Umfang von FF - f3.

 

Übereinandergestellt stellen die drei Instrumente ein zweimanualiges Pedalclavichord dar. Damit ist es möglich, auch Orgeltrios des 18. Jahrhunderts zu spielen.

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